Neues Jahr, neue Regeln: Dein Steuer-Update 2026

Neues Jahr, neue Regeln: Dein Steuer-Update 2026

Pascal Stückemann

Steuerberater

Mit dem Jahreswechsel sind wieder einige Steueränderungen in Kraft getreten, die wir uns gemeinsam anschauen sollten. Damit du nicht den Überblick verlierst, habe ich dir die wichtigsten Punkte kurz zusammengefasst.

Mehr Netto: Steuerliche Freibeträge und Pauschalen steigen

Das sind die wichtigsten Zahlen für deinen Geldbeutel:

  • Der Grundfreibetrag steigt:

    Bis zu einem Einkommen von 12.348 € (für Verheiratete 24.696 €) zahlst du gar keine Einkommensteuer. Erst Einkommen, das darüber liegt, wird versteuert.


  • Solidaritätszuschlag

    Die Freigrenze, ab der der Soli überhaupt erst erhoben wird, steigt auf 20.350 € (Einzelveranlagung) an festzusetzender Einkommensteuer (Zusammenveranlagung 40.700 €).


  • Kinderfreibetrag/Kindergeld

    Pro Kind und Elternpaar steigt der Gesamtfreibetrag auf 6.828 € (bzw. 9.756 € inklusive des Freibetrags für Betreuung, Erziehung und Ausbildung).

    Parallel dazu wurde das Kindergeld auf 259 € pro Monat erhöht.

Der Realitätscheck: Was die Sozialabgaben machen

Während die Steuern sinken, steigen die Sozialversicherungsbeiträge durch Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenzen spürbar an. Wenn du gut verdienst, wird also auf einen größeren Teil deines Gehalts Sozialversicherung fällig.

Hier siehst du, wie sich die Grenzen zum Vorjahr verschoben haben:

Versicherung

Grenze 2025 (monatlich)

Grenze 2026 (monatlich)

Kranken- & Pflegeversicherung

5.512,50 €

5.812,50 €

Rentenversicherung

8.050,00 €

8.450,00 €


Zusatzbeitrag: Auch der durchschnittliche Zusatzbeitrag der Krankenkassen ist in 2026 gestiegen. Das reduziert zusätzlich das Nettoeinkommen.


Kurz gesagt: Du verdienst zwar brutto vielleicht mehr und zahlst weniger Steuern, aber die Abzüge für die Absicherung steigen leider mit.

Mobilität: Die Pendlerpauschale wird attraktiver

Eine der spürbarsten Änderungen für Arbeitnehmer ist die Neuregelung der Entfernungspauschale. Ab dem 1. Januar 2026 entfällt die Staffelung:

  • Bisher gab es 38 Cent erst ab dem 21. Kilometer.

  • Neu: Ab 2026 können einheitlich 38 Cent pro Kilometer direkt ab dem ersten Kilometer steuerlich geltend gemacht werden.

Gastronomie & Ehrenamt: Steuerliche Vorteile für Engagement und Genuss

  • 7 % Umsatzsteuer in der Gastronomie: Die Senkung der Umsatzsteuer auf Speisen in Restaurants wurde dauerhaft auf 7 % festgeschrieben (Getränke weiterhin 19 %).

  • Ehrenamt & Übungsleiter: Wer sich engagiert, darf mehr behalten. Die Übungsleiterpauschale steigt auf 3.300 €, die Ehrenamtspauschale auf 960 € pro Jahr.


Minijob & Mindestlohn: Das musst du bei der Arbeitszeit beachten

Mit der Erhöhung des Mindestlohns auf 13,90 € steigt auch die Minijob-Grenze auf 603 €. Damit du (oder deine Mitarbeiter) nicht aus Versehen über die Grenze rutschen, gibt es eine einfache Formel, um die maximale Arbeitszeit pro Monat zu berechnen.

Die Formel für deine Planung

Minijob-Entgeltgrenze (603 €) / gesetzlicher Mindestlohn (13,90 €) = maximale Anzahl der Arbeitsstunden im Monat (43,38 Std.)

Das bedeutet für dich in der Praxis: Bei einem durchschnittlichen Monat mit 4,33 Wochen kannst du also weiterhin ca. 10 Stunden pro Woche arbeiten, ohne die Minijob-Grenze zu sprengen.



Hinweis & Haftungsausschluss: Dieser Blogartikel dient lediglich der allgemeinen Information und kann eine individuelle steuerliche Beratung nicht ersetzen. Die steuerliche Gesetzgebung und Rechtsprechung unterliegen ständigen Änderungen. Obwohl ich diesen Artikel mit größter Sorgfalt erstellt habe, übernehme ich keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben.


Von Pascal Stückemann | Steuerberater und Fachberater für das Gesundheitswesen (DStV e.V.) | Stand: Januar 2026

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